Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion Wirtschaftsförderung durch Forschungsbeiträgen
2025 hat die Finanzkontrolle sieben Prüfungsberichte zuhanden der Wirtschafts-, Energie und Umweltdirektion (WEU) erstellt. Die WEU deckt die Bereiche Wirtschaft, Wirtschaftsförderung, Tourismus, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Energie, Umwelt, Land- und Waldwirtschaft, Jagd und Fischerei, Veterinärwesen sowie Lebensmittelsicherheit ab.
Aus den Prüfungen im Bereich der WEU nachstehend illustrativ ein paar Einblicke:
Tiergesundheit (WEU-AVET)
Die Finanzkontrolle hat beim Amt für Veterinärwesen (AVET) eine Finanzaufsichtsprüfung durchgeführt. Der Prüfungsschwerpunkt lag bei der Tierseuchenkasse.
Aufgaben im Zusammenhang mit der Tierseuchenkasse sind auf mehrere Amtsstellen innerhalb der WEU verteilt. Dies führt zu erhöhtem Koordinationsaufwand und Kosten. Die Finanzkontrolle stellte im Rahmen der Prüfung verschiedene Mängel und Falschdarstellungen der Tierseuchenkasse fest. So werden bspw. Aufwände und Erträge unvollständig und fehlerhaft im Profit Center ausgewiesen und die Bilanz weist verschiedene nicht nachweisbare Positionen aus. Die Kontrolltätigkeiten sind ausbaufähig. Diese Feststellungen hängen mit der Ausgestaltung des kantonalen Rechnungswesens im SAP zusammen, die seit der Jahresrechnung per 31.12.2023 zu einer Einschränkung im Prüfungsurteil führt.
Staatsbeitrag Wyss Academy for Nature at the University of Bern – (WEU-GS)
Die Wyss Foundation (CHF 10 Mio. p.a.), der Kanton Bern und die Universität Bern (je CHF 5 Mio. p.a.) finanzieren die Stiftung Wyss Academy über zehn Jahre. Die Finanzkontrolle prüfte beim Generalsekretariat WEU die Beitrags- und Controllingprozesse sowie bei der Wyss Academy die Verwendung der Staatsbeiträge.
Der Kanton finanziert in seinem Anteil unter anderem 15 Projekte der Wyss Foundation über die Budgets der WEU. Der übrige Beitrag des Kantons wird über das Budget der Hochschulfinanzierung auf Basis der Universitätsgesetzes finanziert. Aus Sicht der Finanzkontrolle ist dieses Gesetz keine ausreichende Rechtsgrundlage für die Subventionierung der Wyss Academy.
Die Prüfung der zweckmässigen Mittelverwendung bei der Wyss Academy zeigte, dass unterschiedliche Anforderungen der Geldgeber zu hohen Administrationskosten führen – diese übersteigen, die im Grossratsbeschluss erfolgte Schätzung deutlich. Die Mehrkosten für die Administration schmälern die verfügbaren Mittel für die Forschung.